Geschichtlicher Abriss - Zweiter Weltkrieg- - Zu Besuch im Militärhistorischen Museum Dresden

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Geschichtlicher Abriss - Zweiter Weltkrieg-

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(geschichtlicher Abriss)

ZWEITER WELTKRIEG

Polen (Fall weiß)
Im Morgengrauen des 1. September 1939 um 4:45 Uhr beginnt vor Danzig der deutsche Angriff auf Polen. Das Linienschiff "Schleswig Holstein" feuert auf die polnische Befestigungen der Westernplatte. Planmäßig begann der Einmarsch der deutschen Wehrmacht. Dies ist der Beginn des Zweiten Weltkrieges, der sich in seinem Ausmaß als größter Krieg aller Zeiten entwickelte. Mit insgesamt mehr als 1,5 Mill. Mann, 2.200 Panzern und ca. 10.000 Geschützen wurde die Grenze überschritten. Im Wesentlichen agierten zwei getrennte Verbände.
Heeresgruppe Nord
Führung: General Fedor von Bock
Aufgabe: Einnahme der Stadt Danzig und die Bemächtigung des sogenannten "Polnischen Korridors " mit dem weiteren Vormarsch im Norden Warschaus.
Heeresgruppe Süd
Führung: General von Rundstedt
Aufgabe: Zerstörung der polnischen Truppen im Westraum vor Warschau. Den deutschen Truppen standen zu Beginn des Feldzuges polnische Streitkräfte mit einer Stärke von ca. 1 Mill. Mann, über 475 Panzer und mehr als 2.800 Geschützen gegenüber. Die äußerst bewegliche und wirkungsvolle Kriegführung der deutschen Truppen führte dazu, dass Polen in nur vier Wochen überrollt wurde. Begünstigt wurde der Sieg durch die Unbeweglichkeit sowie die schlechte Postierung der polnischen Armee. Zur gleichen Zeit wurde Polen von der Sowjetunion bedroht.
Eckdaten:
05. September 1939
Durchbruch des polnischen Korridors und Einnahme von Posen.
06. September 1939
Besetzung Krakaus.
09. September 1939
Beginn der Schlacht an der Bzura.
13. September 1939
Der Ring um Warschau wird geschlossen.
17. September 1939
Die sowjetische Armee überschreitet die polnische Grenze.
19. September 1939
Die polnische Armee wird an der Bzura eingekesselt und kapituliert.
27. September 1939
Bedingungslose Kapitulation Warschaus.
28. September 1939
Polen besteht als Staat nicht mehr. Die Festung Modlin ergibt sich. Neuer Grenzvertrag zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion. Bereits am 22. September 1939 zogen sich deutsche Truppen auf die vereinbarte Demarkationslinie entlang von Narew, Weichsel und San zurück.
03. Oktober 1939
Verlegung deutscher Streitkräfte an die Westfront und ins Deutsche Reich. 30 Divisionen verbleiben in Polen.
06. Oktober 1939
Die letzten polnischen Truppen kapitulieren.

Holland (Fall gelb)
Ohne Kriegserklärung beginnt am 10. Mai 1940 um 05.30 Uhr der deutsche Feldzug im Westen. Trotz Vorwarnungen wird die Alliierte Führung überrascht.

Heeresgruppe B
Auf der Grundlage des "Sichelschnittplanes" des Generalleutnants Erich von Mannstein sollte die Heeresgruppe B unter Generaloberst Fedor von Bock mit der 18.Armee von Küchler (10. Divisionen) und der 6. Armee von Reichenau ( 17. Divisionen ) einen Hauptangriff vortäuschen und den französischen Generalstab zur Verlegung großer Kräfte in Richtung Holland und Südbelgien bewegen.
Heeresgruppe A
Die Heeresgruppe A ( von Rundstedt ) hatte mit der 4. Armee (von Kluge), der 12. Armee ( List ) und der 16. Armee (Busch) die Aufgabe, den Gegner wie eine "Sichel" von hinten zu umfassen und einzuschließen.
Heeresgruppe C
Die Heeresgruppe C (von Leeb) sollte die französischen Truppen an der Maginot Linie binden und damit die Freisetzung von Reserven für einen Durchbruch durch den "Sichel" verhindern.

Eckdaten:
10. Mai 1940
Zwei deutsche Fallschirmjägerkompanien erobern ohne besondere Gegenwehr die Nienwe - Maas - Brücke von Rotterdam. Sie verhindern unter großen Verlusten die Zerstörung der Brücke und sichern so den Vormarsch der deutschen Truppen. Erst in den Mittagsstunden des 13. Mai treffen Vorausabteilungen der 9. deutschen Panzerdivision ein.
11. - 13. Mai 1940
Die Holländische Armee und die aus dem Süden
Herannahende 7. französische Armeen leisten den deutschen Truppen erbitterten Widerstand.
13. Mai 1940
Um den Zusammenbruch Hollands zu beschleunigen, werden Fallschirmjäger und Luftlandetruppen an Brücken und Umgebung eingesetzt.
14. Mai 1940
Als sich der holländische Widerstand in der strategisch wichtigen Hafenstadt versteift, startet die deutsche Luftwaffe Bombenangriffe. Gleichzeitig werden Kapitulationsverhandlungen geführt. Etwa die Hälfte der eingesetzten Bomber können durch Leuchtsignale zum abdrehen gebracht werden. Das übrige Geschwader wirft seine Bombenlast ab, was zu völligen Zerstörung der historischen Altstadt Rotterdams führt.


Belgien
Gleichzeitig mit den Ereignissen in Holland beginnt in Belgien der deutsche Feldzug im Westen. Eine bedeutende strategisch wichtige Position wurde von deutschen Luftlandetruppen erobert. Das Fort "Eben Emael" !

Eckdaten:
10. Mai 1940
Das am Albert Kanal in Belgien liegende Fort galt als uneinnehmbar. Der deutsche Operationsplan sah vor, dass die in Marsch gesetzten deutschen Panzer, die Maas zwischen Maastricht und Lüttich überwinden mussten. Der Übersetzpunkt konnte vom Fort aus wirksam unter Feuer genommen werden, so dass ein planmäßiges Übersetzen ausgeschlossen war. Dieses Fort wurde im Zusammenwirken von Sturzkampfbombern und Lastenseglern mit spezialtrainierten Luftlandetruppen (Einheit Koch) in einen spektakulären Handstreich genommen. Die Fallschirmjäger landeten überraschend auf der Oberfläche des Fort`s. Wichtige Befestigungswerke werden gesprengt oder besetzt. Das Fort kapituliert und 1200 belgische Soldaten gehen in Gefangenschaft. In den frühen Morgenstunden ist die ganze Heeresgruppe in den Wäldern der Ardennen verschwunden. Für die französische Armeeführung ist das unbegreiflich. Vier der sieben deutschen Panzerdivisionen sind auf dem Marsch gegen die 9. französische Armee unter General Corap. Bereits am 11. Mai 1940 war der Weg für die deutschen Hauptkräfte zu den Grenzen Frankreichs frei.
11. Mai - 14.Mai
Der junge Generalmajor Erwin Rommel, Kommandeur der 7. Panzerdivision, stößt südlich vom Fort "Eben Emael"ungestüm durch die gegnerischen Linien und lässt die 5. Panzerdivision an der rechten Flanke zurück. In einen für Panzer bisher unmöglich gehaltenen Nachtangriff bezwingt Rommel mit seinen Panzer die Nordausläufer der berühmten Maginot-Linie. Dabei befiehlt er, während der Fahrt zu schießen, was bis dahin nicht üblich war. Ganze Divisionen lässt Rommel hinter sich. Der Gegner spricht von der gefürchteten "Gespensterdivison".

Frankreich (Fall rot)
Der Mannstein - Plan: Durchbruch zum Kanal und Zerteilung der alliierten Truppen, ist gelungen. Vor den deutschen Panzern liegt der Kanal, drüben die britischen Inseln.
Für die im Kessel eingeschlossenen französischen und britischen Truppen (ca. 400 000 Mann) gibt es nur die Flucht über den Kanal nach England. Der Hafen Dünkirchen ist hierfür geeignet.

Eckdaten:
24. Mai 1940
Hitler gibt den Befehl, die Panzer und schnellen Truppen der Heeresgruppe A zu stoppen. Hitler lässt die Truppen bewusst über den Kanal. Er will nach dem Sieg über Frankreich, England erneut ein Friedensangebot unterbreiten. (In der heutigen Geschichtsforschung ist das Wunder von Dünnkirchen, auf Grund widersprüchlicher Aussagen von Generalität als Zeitzeugensehr undurchsichtig).
05. Juni 1940
Beginn der Zweiten Phase des Westfeldzuges, die "Schlacht um Frankreich". Die Franzosen sehen ihre Hoffnung auf die stark befestigte Maginot - Linie. Geballte Feuerkraft der deutschen Artillerie und der Stukas bezwingen in wenigen Tagen die Franzosen. Damit wird der Weg nach Paris frei.
10. Juni 1940
Mussolini greift mit italienischen Truppen in den Krieg gegen Frankreich ein. Er will Gebietsansprüche auf Niza, Korsika und Tunis durchsetzen. Doch die kriegerischen Aktivitäten kommen über Ansätze nicht hinaus. Die Franzosen leisten in ihren Bergstellungen harten Widerstand.
12. Juni 1940
General Weygand, seit 19. Mai 1940 Oberbefehlshaber der französischen Armee, gibt den Befehl zum Rückzug.
14. Juni 1940
Paris ist von deutschen Truppen eingeschlossen und wird zur offenen Stadt erklärt. Die ersten deutschen Soldaten rücken in Paris ein.
17. Juni 1940
Die Französische Regierung tritt zurück. Staatspräsident Lebrûn beauftragt den greisen Marschall Pètain mit der Regierungsbildung.
21. und 22. Juni 1940
Frankreich legte ganze 43 Tage nach dem deutschen Angriff die Waffen nieder. Am 21. Juni 1940 werden in Compie`gne die Waffenstillstandsbedingungen verlesen und am 22. Juni 1940 unterzeichnet. Am 25. Juni 1940, 01.35 Uhr, trat der Waffenstillstand in Kraft. Mit der Schlacht um Frankreich hatte Deutschland Opfer von 27 074 Toten, 111 034 Verwundeten und 18 384 Vermisste zu beklagen. Frankreich beklagte rund 100 000 Tote Soldaten und 1,9 Millionen Mann gingen in deutsche Gefangenschaft.
03. Juli 1940
Die Operation "Katapult" beginnt. Sie verhindert, dass französische Kriegsschiffe, die außerhalb Frankreichs ankerten, nicht in die Hände der Deutschen gelangten.

Sowjetunion Unternehmen " Barbarossa "

Eckdaten:
1941:
Januar:
Generalstab der deutschen Wehrmacht erstellt auf Weisung Hitlers den Plan für einen Blitzkrieg gegen die Sowjetunion- " Barbarossa - Plan ";
Ziel:
Bis Einbruch des Winters 1941/42 Eroberung Moskaus, Leningrads und der sowjetischen Eismeerhäfen, Besetzung der Ukraine und des Kaukasus; Hitler legt am 17. Januar den Termin des Beginns auf den 22. Juni 1941, 03.00 Uhr fest; Einsatz: 75% des deutschen Feldheeres ( 3,25 Millionen Mann, Kräfte: formiert in den Heeresgruppen Mitte, Süd und Nord)
Vorgehen:
Treibung von Panzerkeilen in Richtung Moskau (Mittelfront), Kiew und Kaukasus (Süd front) und Leningrad (Nordfront). Einkesselung und Zerschlagung der Hauptkräfte der Roten Armee; Zurückdrängung der Reste der Sowjettruppen innerhalb von 3-4 Monaten auf die Linie Archangelsk - Wolga; Stärke der Sowjetarmee (Juni 44) 4,7 Millionen Mann; Westgrenze nur Verbände in erhöhter Friedensstärke; Mobilmachung nach dem Überfall; Am 07.11.1941 ruft Stalin den Großen Vaterländischen Krieg aus.
22.Juni 1941 Beginn des Überfalls
03.15 Uhr Der Überraschungsmoment, die völlige Luftherrschaft sowie die Kriegserfahrungen ermöglichen, ein rasches Vordringen der Aggressoren an allen Frontabschnitten;
Juli/ Kesselschlachten bei Bialystok, Minsk, Smolensk und bei
August Uman sowie Roslawe führen zur Zerschlagung der Hauptkräfte der sowjetischen Westfront; Massen von Rotarmisten gehen in Gefangenschaft, es gibt tausende Gefallene und Verwundete; Viele Geschütze und Panzer werden Beutegut;
21.August Hitler - Befehl:
- Offensive an der Süd front,
- Eroberung Leningrads,
- Vorbereitung des Angriffs auf Moskau.
Ende Juli Beginn der deutschen Offensive an der Süd front; August Kesselschlacht ostwärts von Kiew; ca. 665 000 Rotarmisten gehen in Gefangenschaft, mehr als 3 700 Geschütze 880 Panzer werden erbeutet; Nach diesem Erfolg hält Hitler es für möglich, noch vor Wintereinbruch Moskau, Leningrad und den Kaukasus zu erobern. Stalin verhängt das Kriegsrecht über Moskau, Sept.; Ausbau der Stadt zur Festung; Anfang Okt. Operation "Taifun" (02. Oktober): 70 Divisionen erhalten den Angriffsbefehl auf Moskau; Kesselschlacht vor Moskau; 8 sowjetische Armeen werden eingeschlossen, über 600 000 Rotarmisten gefangengenommen, tausende Soldaten finden den Tot.
November; Vormarsch der Deutschen auf Moskau kommt ins stocken, starke Regenfälle und plötzlich einbrechender Winter (Frost -15°bis - 20°) behindern die Kampfhandlungen; Den deutschen Soldaten fehlt es an Winterbekleidung und ernste Nachschubprobleme entstehen; Die Schlacht um Moskau tritt am 15. November in die entscheidende Phase; Deutsche Truppen stehen vor der Stadt; Stalin, der die Hauptverantwortung für die Niederlagen der Sowjetarmee und die hohen sinnlosen Blutopfer trägt, geht nun auf die Vorschläge des Generalstabes ein; vor allem General Shukow setzt sich bei Stalin mit dem Vorschlag durch frische Divisionen aus Sibirien auf schnellsten Wege nach Moskau zu verlegen und eine überraschende Gegenoffensive zu planen und durchzuführen.
Erbitterter Widerstand der sowjetischen Truppen bei November Frost von minus 20 Grad, machen den Einnahme von Moskau durch die deutschen Truppen unmöglich.
Dezember; Offensive der sowjetischen Truppen an der Westfront; 1 Million gut vorbreitete Sowjetsoldaten greifen überraschend die deutschen Stellungen der Heeresgruppe Mitte an; Hitler weist an (Weisung 39): Ostfront soll zur Verteidigung übergehen;
Die Rote Armee sprengt die Umklammerung Moskaus; Truppen der Heeresgruppe Mitte können die erreichten Frontlinien nicht halten und weichen zurück; Viele deutsche Soldaten fallen nicht im Kampf sondern erfrieren bei minus 30 bis 35 Grad; Ohne Verluste treffen bis Ende des Jahres 1941 alle alliierten Konvois mit Kriegsmaterial aus England in Archangelsk und Murmansk ein;
1942
Jan./ An allen Frontabschnitten der Ostfront ziehen sich
Febr. die deutschen Truppen auf " Winterstellung " zurück;
Vorbereitung auf eine Frühjahrs und Sommeroffensive
Ziel: Zerschlagung der Roten Armee;
Mai: Offensive der Roten Armee in Richtung Charkow;
Juni: Kampf um Sewastopol, Räumung der Stadt durch die Sowjetarmee ( 03.Juli 1942)
28. Juni 1942
Beginn der deutschen Sommeroffensive ( Fall blau, ehem. Operation Siegfried)
Juli: Erbitterte Kämpfe um Woronesch; Beginn der Schlachten an der Wolga und um den Kaukasus;
Ende Juli: Deutsche Panzerverbände erreichen unter heftigen August Widerstand den Nordkaukasus;
Anfang September; Truppen der 6. deutschen Armee September erreichen die Wolga; Kampf um Stalingrad beginnt; 17.Okt. Letzter Deutsche Angriff auf Stalingrad
Mitte Oktober; Sowjetische Gegenoffensive an der Wolga;
November; Einschließung der 6. Armee; Deutscher Entsatz versuch (General Mannstein) für 6. Armee scheitert; (09. - 25.11.1942) Offensive der Sowjets im Kaukasus


Autor:  Dr.phil. R.Stasiak
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